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Buch des Monats

Das Buch des Monats aus dem Altbestand der Stadtbibliothek finden Sie im 2. OG der Zentralbibliothek

Plakat des Buch des Monats August "Hansken den Olyphant is mynen naem..."

Das aktuelle Buch des Monats August:

Hansken den Olyphant is mynen naem / Ick been oock 't grooste Beest van alle landen.
Text niederländisch und französisch
[ohne Ort u. Jahr, circa 1650]
Einblattdruck 929

"Hansken" (dt.: "Hänschen") war trotz des männlichen Namens anscheinend eine Elefantenkuh. 1630 in Ceylon geboren, gelangte sie 1633 auf Geheiß des Prinzen von Oranien in die Niederlande. Einige Jahre später wurde das Tier verkauft, der neue Besitzer Cornelis van Groenevelt zog mit ihm von Stadt zu Stadt durch ganz Europa.

Hansken den Olyphant is mynen naem

Januar

Burkhardt Schilling:
Traktat von der wahren und falschen Kirche, 1544
(Stadtbibliothek Ulm: Hs 6768)

Das Jahr, in dem der Reformation ausgiebig gedacht wurde, ist vorüber. Dieses Gedenken hat historisch Interessierte, Gläubige und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gleichermaßen beschäftigt. Einen Gegenstand dieser Beschäftigung stellen wir vor, weil ihm im abgelaufenen Jahr eine Edition gewidmet worden ist.

Traktat von der wahren und falschen Kirche

Februar

Nucleus Historiarum, 1649
(Stadtbibliothek Ulm: Smr 2025)

Nucleus Historiarum, Das ist/ Außerlesene/ nutzliche/ liebliche/ denckwürdige Historien : auß den glaubwürdigsten alten und newen Geschichtschreibern erstlich zusammengetragen und in 3 Theilen ordentlich verfasset

Nucleus Historiarium

März

Drei Titel zusammengebunden in einem Band:

Ludovici, Jacob Friedrich: Einleitung zum Civil-Proceß
Halle : Verl. d. Waisenhauses, 1725

Ludovici, Jacob Friedrich: Einleitung zum Lehnsproceß. - 7. Auflage. -
Halle : Verl. d. Waisenhauses, 1729

Ludovici, Jacob Friedrich: Einleitung zum Peinlichen Proceß. - 8. Auflage
Halle : Verl. d. Waisenhauses, 1725

Standort: KrGB VII,43-1-3

Der Band gehört zum Bestand der Bibliothek des Kreisgerichthofes des Donaukreises. Diese Bibliothek ist nur noch in Teilen erhalten, einen alten Katalog gibt es nicht. Mit dem Erstellen eines Standortkataloges nach der Retrokatalogisierung im Jahr 2011 sind viele Erkenntnisse zu Tage gekommen und ebenso viele neue Fragen aufgetaucht, die es wert sind, weiterzuforschen.

Ludovici Jacob Friedrich

April

Adrichomio, Christiano:
Theatrum Terrae Sanctae Et Biblicarum Historiarum, 1628
(Stadtbibliothek Ulm: 47 694)

Das Werk wurde in viele Sprachen übersetzt und erschien in mehreren Ausgaben. Das Besondere sind die Karten, wobei diese nicht als geistliche Pilgerfahrt gedacht waren, sondern als Hilfsmittel für das Verständnis der Heiligen Schrift.

Theatrum Terrae Sanctae Et Biblicarum Historiarum

Mai

Akzidenzdrucke der Druckerei Wagner:
Verschiedene Gedichte, Neujahrszettel, Directoria, Lieder. Nebst verschiedenen anderen Sachen. [circa 1790]
Standort: 18 345

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte sich aus der Fülle der deutschsprachigen Almanache eine neue Gattung, nämlich Almanache und Taschenbücher für das schöne Geschlecht. Sie kamen rasch in Mode, so dass etliche Titel, die sich in vielen Fällen jahrzehntelang fortsetzten, nebeneinander erschienen. In ihnen spiegelt sich die Frauenwelt jener Zeit wieder. Einerseits die Leichtlebigkeit der Schönen des verklingenden Rokoko und die liebenswürdige Anmut des Klassizismus, andererseits den würdevolleren Ernst und das höhere Verantwortungsbewusstsein der Frauen der Romantik, die an Bildung, Kunst, Weisheit und Ehre der Männer teilhaben wollten.

Akzidenzdrucke der Druckerei Wagner

Juni

Immanuel Kant
Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können
Königsberg 1783

Es mag Buchtitel geben, deren Anziehung man sich auf Anhieb nicht erwehren kann – dieser hier gehört sicherlich nicht dazu. Im Jahr 1770 hatte Immanuel Kant (1724-1804) mit seiner Dissertation De mundi sensibilis atque intelligibilis forma et principiis, ganz in der Tradition der damaligen Leitwissenschaft, der Metaphysik sich für eine Professur qualifiziert und im selben Jahr 46jährig an der Universität seiner Heimatstadt den lange ersehnten Lehrstuhl für Logik und Metaphysik erhalten.

Immanuel Kant: Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können

Juli

Samuel Baur [Hrsg.]:
Neues historisches Hand-Lexikon,
Ulm: Stettin, 1800
(Standort: 17 462)

Wenn von "Aufklärung" die Rede ist, denken wir an Friedrich Nicolai (1733-1811) in Berlin, an Gotthold Epharaim Lessing (1729-1781) in Wolfenbüttel oder an Immanuel Kant (1724-1804) in Königsberg - vielleicht. Doch vom "Licht der Vernunft" ließ man sich nicht nur in den Metropolen begeistern, sondern auch auf dem Land, nicht nur in Norddeutschland, sondern auch im Süden. Träger dieser Bewegung auf dem Land waren oftmals Geistliche in ihren Predigten, denen sich viel über den Alltag der Zuhörer erschließen lässt, und einige von Ihnen auch in ihren Schriften.

Samuel Baur - Ein Aufklärer aus Ulm

August

Hansken den Olyphant is mynen naem / Ick been oock 't grooste Beest van alle landen.
Text niederländisch und französisch
[ohne Ort u. Jahr, circa 1650]
Einblattdruck 929

"Hansken" (dt.: "Hänschen") war trotz des männlichen Namens anscheinend eine Elefantenkuh. 1630 in Ceylon geboren, gelangte sie 1633 auf Geheiß des Prinzen von Oranien in die Niederlande.
Einige Jahre später wurde das Tier verkauft, der neue Besitzer Cornelis van Groenevelt zog mit ihm von Stadt zu Stadt durch ganz Europa.

Hansken den Olyphant is mynen naem

Januar

François Salignac de La Mothe Fénelon, Übers.: Benjamin Neukirch:
Die Begebenheiten des Prinzen von Ithaca
Onolsbach, Ulm: Lüders, Bartholomäi 1727-1752
(StB Ulm: 45608)

Der französische Theologe und Schriftsteller François de Salignac de La Mothe Fénelon wurde am 6.8.1651 auf Schloss Fénelon (Périgord) geboren. Nach dem Theologiestudium wurde er 1675 zum Priester geweiht und 1689 von Ludwig XIV. zum Erzieher seines Enkels und Dauphins Ludwig berufen. 1693 wurde er Mitglied der Académie Française und 1695 zum Erzbischof von Cambrai ernannt.

Die Begebenheiten des Prinzen von Ithaca

Februar

Olfert Dapper:
Asia, Oder Genaue und Gründliche Beschreibung des gantzen Syrien und Palestins oder Gelobten Landes
Nürnberg: Hofmann, Froberg 1688
(StB Ulm: 23705)

Der niederländische Arzt und Geograph Olfert Dapper wurde 1636 (6.1.1636 Tauftag) in Amsterdam geboren und starb am 29.12.1689. Neben einer Geschichte von Amsterdam und einer Übersetzung der Historien Herodots in die niederländische Sprache, gab er ab 1668 zahlreiche Landesbeschreibungen heraus. Diese wurden auch aus dem Holländischen ins Englische, Französische und Deutsche übersetzt.

Asia Oder Genaue und Grndliche Beschreibung

März

Ein Christliches Gebett auff Jetzige Gefährliche und Sorgliche Läuff unnd Zeitten gerichtet
Ulm: Johann Anton Ulhart 1610
(StB Ulm: 27198)

Druckersignete sind Wappen, symbolische Zeichen oder figürliche Bilder meist auf den Titelseiten, seltener am Ende der Bücher. Mit ihnen wird die Herkunft eines Drucks sinnbildlich als Erzeugnis einer bestimmten Offizin (Druckerwerkstatt) gekennzeichnet. Sie entwickelten sich aus mittelalterlichen Hausmarken und übten im 15. Jahrhundert Rechtsschutzfunktion aus.

Ein Christliches Gebett

April

Leonhardt Fronsperger:
Von Kayserlichem Kriegßrechten, Malefitz und Schuldhändlen
Ordnung und Regiment
Frankfurt/Main: Feyerabend, Hüter 1566
(StB Ulm: Schad 13792)

Herkunft, Geburtsort, genaues Geburtsjahr und Bildungsgang des Kriegsschriftstellers Leonhardt Fronsperger sind nicht bekannt. Er wurde um 1520 geboren und erhielt nach seiner Heirat mit einer Ulmerin 1548 das Ulmer Bürgerrecht. In den Jahren 1553-1563 und 1568-1573 diente er im kaiserlichen Heer. Der Ulmer Rat bestellte ihn als militärischen Sachverständigen.

Von Kayserlichem Kriegrechten Malefitz und Schuldhndlen

Mai

Damenkalender zum Nutzen und Vergnügen eingerichtet auf das Jahr...
Wien: G.Ph.Wucherer 1786-88
(StB Ulm: vBB 129a)

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte sich aus der Fülle der deutschsprachigen Almanache eine neue Gattung, nämlich Almanache und Taschenbücher für das schöne Geschlecht. Sie kamen rasch in Mode, so dass etliche Titel, die sich in vielen Fällen jahrzehntelang fortsetzten, nebeneinander erschienen. In ihnen spiegelt sich die Frauenwelt jener Zeit wieder. Einerseits die Leichtlebigkeit der Schönen des verklingenden Rokoko und die liebenswürdige Anmut des Klassizismus, andererseits den würdevolleren Ernst und das höhere Verantwortungsbewusstsein der Frauen der Romantik, die an Bildung, Kunst, Weisheit und Ehre der Männer teilhaben wollten.

Damenkalender zum Nutzen und Vergnügen eingerichtet auf das Jahr

Juni

Adriaan van Roomen: Parvum theatrum urbium sive urbium praecipuarum totius orbis brevis & methodica descriptio
Frankfurt (Main): Basse ; Richter 1608
(StB Ulm: Schad 9286)

Der flämische Arzt und Mathematiker Adriaan van Roomen (Adrianus Romanus) wurde am 29.9.1561 in Antwerpen geboren. Nach dem Studium der Medizin und der Mathematik in Köln und Löwen wurde er 1593 an die Universität Würzburg als Professor für Medizin berufen. Zugleich wurde er Leibarzt von Julius Echter von Mespelbrunn Fürstbischof von Würzburg.

Parvum theatrum urbium sive urbium praecipuarum totius orbis brevis methodica descriptio

Juli

Samuel Kiechel: Kurzer Bericht und Beschreibung meiner gethoner Reys vom 23. May...1585...büs...ultimo Junii...89
Ulm: Handschrift
(StB Ulm: Handschrift Kiechel 1)

Der Handelsherr und Reiseschriftsteller Samuel Kiechel wurde 1563 in Ulm geboren. Zusammen mit seinem Bruder Daniel war er zur Übernahme des väterlichen Handelshauses bestimmt, wo sie auch ihre berufliche Ausbildung erhielten. Diese wurde durch ausgedehnte Reisen abgerundet. Darüber hat Kiechel ausführlich berichtet und reiht sich damit in eine Tradition ein, wie sie für Ulm in den Schilderungen von Hans-Ulrich Krafft, Conrad und Hans Schad deutlich wird. Seine Reise begann am 23.5.1585.

Kurzer Bericht und Beschreibung meiner gethoner Reys

August

Giacomo Lauro:
Antiquae urbis splendor
Rom: Lauro 1612
(StB Ulm: Schad 3844)

Giacomo Lauro (Lauri, Jacobus Laurus) wurde wohl Mitte des 16. Jahrhunderts in Rom geboren, denn 1585 ist ein mit seinem Namen versehener Kupferstich datiert, der eine antike Statue darstellt. Er war als Kupferstecher und Verleger in seiner Heimatstadt tätig. Weitere Werke sind eine Ansicht der Stadt Roccacontrada (heute Arcevia, Provinz Ancona in den Marken.) von 1594, ein Blatt von 1600, das das Martyrium des hl. Sebastian darstellt.

Antiquae urbis splendor

September

Historia von D. Johann Fausten
Frankfurt/Main: Spies 1587
(StB Ulm: 3948, Schad 13521, Schad 13522)

Der Arzt, Astrologe und Schwarzkünstler Johann Faust wurde um 1480 in Knittlingen bei Maulbronn geboren. Er hielt sich ab 1507 an den Universitäten Heidelberg, Erfurt und Wittenberg, wohl auch in Krakau und Leipzig, auf, wo er theologische und medizinische akademische Grade erwarb. Er zog als wandernder Arzt, Wahrsager, Magier und Astrologe durch die Lande. Er hatte anfangs viel Zulauf, wurde aber von Humanisten überwiegend abgelehnt.

Historia von D Johann Fausten

Oktober

Archimedes: Kunst-Bücher Oder Heutigs Tags befindliche Schrifften
Nürnberg: Fürst ; Gerhard 1670
(StB Ulm: 6868)

Der Mathematiker, Physiker und Ingenieur Archimedes wurde um 287 v. Chr. im sizilianischen Syrakus als Sohn des Hofastronomen Pheidias geboren. Er war mit König Hieron II. und dessen Sohn Gelon befreundet. Bei einem Aufenthalt in Alexandria lernte er die Mathematiker Konon, Dositheos und Eratosthenes kennen mit denen er nach der Rückkehr in seine Heimat einen regen Briefwechsel unterhielt und ihnen seine Schriften zusandte. Dank seiner mechanischen Kenntnisse, die er insbesondere zum Bau von Kriegsmaschinen einsetzte, brauchten die Römer zwei Jahre um Syrakus zu erobern.

November

Philipp Clüver: Sicilia antiqua
Leiden: Elzevir 1619
(StB Ulm: Schad 6991)

Der Geograph und Historiker Philipp Clüver (Cluverius, Klüwer) wurde 1580 in Danzig geboren. Nach dem Besuch des Danziger Gymnasiums studierte er ab 1600 in Leiden Rechtswisssenschaft, da er von seinem Vater zum Juristen und Diplomaten bestimmt wurde. Er wandte sich aber unter dem Einfluss von Joseph Justus Scaliger der Altertumswissenschaft und der antiken Geographie zu. Er wurde dann Soldat in Böhmen und kämpfte in Ungarn gegen die Türken. Zwischen 1607 und 1613 bereiste er einen großen Teil von Europa und hielt sich zuletzt in England auf, wo er auch heiratete.

Philipp Clüver: Sicilia antiqua

Dezember

Claudius Ptolemaeus: Cosmographia
Ulm: Johann Reger 1486
(StB Ulm: 15014)

Der Buchdrucker Johann Reger, der von 1486 bis 1499 in Ulm tätig war und wahrscheinlich die Universität Ingolstadt besucht hatte, ist der einzige der sechs Ulmer Frühdrucker, von dem Geburtsjahr und Geburtsort bekannt sind. Er wurde 1454 in Kemnath (Oberpfalz) geboren. Über seinen weiteren Lebensweg ist nichts bekannt. Er übernahm 1486 die Druckerei des in wirtschaftliche Schwierigkeiten geratenen Buchdruckers Lienhart Holl. Aus seinen rund 40 bekannten Drucken, davon etwa die Hälfte Einblattdrucke, ragt sein erster Druck, eine Neuauflage der Cosmographia des Claudius Ptolemaeus, heraus, die 1482 erstmals nördlich der Alpen durch den Lienhart Holl gedruckt wurde.

Claudius Ptolemaeus: Cosmographia

Januar

Freidank: Bescheidenheit
Worms: Sebastian Wagner 1538
(StB Ulm: Schad 3858)

Über das Leben des mittelalterlichen Spruchdichters Freidank ist wenig bekannt. Er wird durch Rudolf von Ems in zwei Katalogen unter literarisch Tätigen erwähnt: um 1230 in einer Erstfassung des "Alexander" und um 1240 im "Willehalm von Orlens". Die "Annales Caesariensis" des Zisterzienserstiftes Kaisheim berichten 1233: "Fridancus magister moritur".

Freidank: Bescheidenheit

Februar

Johann Philipp Abelinus:
Historische Chronick von Anno 1629 biß auff das Jahr 1633
Frankfurt (Main): Matthäus Merian 1633
(StB Ulm: Schad 6923)

Der Kompilator und Übersetzer Johann Philipp Abelinus (Abele, Philipp Arlanibaeus) wurde am 7.12.1600 als Sohn des evangelischen Schreiners Hans Abele in Straßburg getauft. 1622 promovierte er zum Baccalaureus artium und 1624 zum Magister artium. Ab 1625 war er in Frankfurt (Main) als Praeceptor am städtischen Gymnasium tätig, wurde aber 1630 wegen "Unfleißes halber" entlassen.

Historische Chronick von Anno 1629 biß auff das Jahr 1633

März

Gerardus de Roo: Annales rerum belli domique ab Austriacis Habspurgicae gentis principibus a Rudolpho primo usq. ad Carolum V. gestarum
Innsbruck: Agricola 1592
(StB Ulm: 5732)

Von Gerardus de Roo ist nur sehr wenig bekannt. Er stammte aus dem holländischen Oudewater. Er war in Innsbruck Bibliothekar des Erzherzogs Ferdinand II. von Österreich und Tirol (1529-1595), jüngerer Bruder von Kaiser Maximilian II. (1527-1576) und starb um das Jahr 1590. 1585 erschien in München eine kleine Schrift von ihm unter dem Titel: Convivium Cantorum.

Gerardus de Roo: Annales rerum

April

Miguel de Cervantes Saavedra:
Don Quixote de La Mancha
Milan: Locarni & Bidelli 1610
(StB Ulm: Schad 5888)

Vor 400 Jahren am 23.4.1616 starb der spanische Nationaldichter Miguel de Cervantes Saavedra krank und verarmt in Madrid. Er wurde 1547 in Alcalá de Henares geboren. Über seine Jugend und Schulbildung ist nichts Genaues bekannt. 1569 musste er vor der Justiz nach Italien fliehen und fand bei Kardinal Giulio Acquaviva eine Anstellung. Er eignete sich Kenntnisse in der italienischen Sprache und Literatur sowie Grundlagen humanistischer Bildung an.

Don Quixote de La Mancha

Mai

Antonio Tempesta:
Deliciae Urbis Romae divinae et humanae
Augsburg: Dominicus Custos 1600
(StB Ulm: Schad 8753)

Der Kupferstecher und Verleger Dominicus Custos wurde um 1559/1560 in Antwerpen geboren. Über seine Lehrzeit und den genauen Termin seiner Übersiedlung nach Augsburg ist nichts bekannt. 1588 heiratete er die Witwe des Kupferstechers Bartholomäus Kilian. Er begründete die erste Kupferstich-Werkstatt in Augsburg und verhalf damit im deutschsprachigen Raum dem Kupferstich in der Buchillustration zum Durchbruch.

Deliciae Urbis Romae divinae et humanae

Juni

Antonius Mancinellus:
Modus scribendi orandique
Ulm: Johannes Schäffler 1499
(StB Ulm: 45692)

Der italienische Humanist, Grammatiker und Rhetoriker Antonius Mancinellus wurde 1452 in Veletri (Campagna di Roma) geboren. Er studierte bei dem italienischen Humanisten Iulius Pomponius Laetus (1428-1497) Rechtswissenschaft und Medizin. Mit 21 Jahren begann er, Grammatik - u.a. in Venedig, Orvieto und Rom - zu unterrichten. Er gab die Werke von Aelius Donatus, Horaz, Herodot und Strabo heraus und verfasste Kommentare zu Vergil und Juvenal. Er starb im Jahr 1505 in Rom.

Modus scribendi orandique

Juli

Thomas Murner: Narrenbeschwörung
Straßburg: Knobloch 1518
(StB Ulm: Schad 4391)

Der Schriftsteller, Theologe und Jurist Thomas Murner wurde 1475 in Obernai (Elsaß) geboren. 1481 ging er nach Straßburg, trat 1490 in den Franziskanerorden ein und wurde 1494 zum Priester geweiht. Nach dem Besuch mehrerer Universitäten erwarb er 1506 den theologischen Doktorgrad in Freiburg, hielt 1515 Vorlesungen über das römische Recht in Trier und erlangte 1519 in Basel den Doktor beider Rechte.

Narrenbeschwörung

August

Vocabularius Latino-Germanicus
Blaubeuren: Conrad Mancz um 1477
(StB Ulm: Fragment 42)

Der Buchdrucker, Buchführer und Buchbinder Conrad Mancz war der erste Buchdrucker in Blaubeuren und in der Grafschaft Württemberg. Über seine Herkunft ist nichts bekannt. Er dürfte das Druckerhandwerk, wie viele andere schwäbische Frühdrucker, in Straßburg erlernt haben.

Vocabularius Latino-Germanicus

September

Ludwig Rabus: Historien der Martyrer
Straßburg: Theodosius Rihel 1571/72
(StB Ulm: Smr 25)

Der lutherische Theologe Dr. Ludwig Rabus wurde am 10.10.1523 in Memmingen geboren. Er studierte in Tübingen und Wittenberg Theologie. 1544 wurde er unter Matthias Zell Hilfsgeistlicher am Straßburger Münster und 1548 nach dessen Tod erster Münster-prediger. 1553 wurde ihm die theologische Doktorwürde von der Universität Tübingen verliehen und gleichzeitig wurde er Professor für Theologie am Straßburger Gymnasium.

Historien der Martyrer

Oktober

Novum Instrumentum Omne [Testamentum Novum, griech. u. lat.]
Übers. u. Hrsg.: Erasmus von Rotterdam
Basel: Johann Froben 1516
(StB Ulm: 15048)

1516 gab Erasmus von Rotterdam eine Edition des Neuen Testamentes mit dem griechischen Originaltext und lateinischer Übersetzung heraus. Im Zentrum seiner Ausgabe stand die Überarbeitung der damals gültigen lateinischen Übersetzung, der Vulgata, die er nach dem Originaltext verbesserte. Die Zielsetzung erläuterte er in Einleitungsschriften, in denen er für eine Reform der Theologenausbildung plädierte. Mit diesem Werk gilt er als Begründer der neuzeitlichen Bibelwissenschaft.

Novum Instrumentum Omne

November

Conrad Gesner: Historia animalium
Zürich: Froschauer 1551-1558
(StB Ulm: Schad 13229)

Der Schweizerische Polyhistor, Naturforscher und Arzt Conrad Gesner (Gessner) wurde vor 500 Jahren am 16.3.1516 in Zürich geboren. Seine Schul- und Studienjahre verbrachte er in Zürich, Straßburg, Paris, Bourges, Montpellier und Basel. Von 1537 bis 1539 arbeitete er in Lausanne als Griechischlehrer. 1541 kehrte er nach Zürich zurück, wurde Stadtarzt und 1546 Professor für Philosphie am Carolinum, dem Vorgänger der heutigen Universität. 1558 wurde er Chorherr am Züricher Münster. Nach kurzer Krankheit starb er am 13.12.1565 an der Pest.

Historia animalium

Dezember

Heinrich Seuse: Diss buch das da gedicht hat der erleücht vater Amandus genant Seüß
Augsburg: Hans Othmar 1512
(StB Ulm: vBB 862)


Vor 650 Jahren, am 25.1.1366, starb Heinrich Seuse in Ulm. Heinrich Seuse (Suso) wurde um 1295/97 in Konstanz geboren. 1308/10 trat er in das Dominikanerkloster Konstanz als Novize ein und erhielt eine Ausbildung als Mönch mit Studien in Konstanz, Straßburg und Köln, wo er von Meister Eckhart unterrichtet wurde. 1326/27 kehrte er nach Konstanz zurück, um die Brüder zu unterrichten und Verantwortung für das Kloster zu übernehmen.

Diss buch das da gedicht hat der erleücht vater Amandus genant Seüß

Januar

Peter Apian: Astronomicum Caesareum
Ingolstadt: Apian 1540
(StB Ulm: 4035)

Der Geograph, Astronom, Mathematiker, Buchdrucker und Verleger Peter Apian (Bienewitz, Bennewitz) wurde am 16.4.1495 (oder 1501) in Leisnig (Sachsen) geboren. Nach dem Besuch der Lateinschule in Rochlitz war er von 1516 bis 1519 in Leipzig und von 1519 bis 1521 in Wien immatrikuliert. Nach Aufenthalten in Regensburg und Landshut erhielt er 1527 einen Ruf als Mathematikprofessor an die Universität Ingolstadt. Er starb am 21.4.1552.

Astronomicum Caesareum

Februar

Revolutionsalmanach 1793-1804
Hrsg.: Heinrich August Ottokar Reichard
Göttingen: Dieterich 1793-1804
(StB Ulm: 19785)

Der Reiseschriftsteller, Übersetzer, Herausgeber und Publizist Heinrich August Ottokar Reichard wurde am 3.3.1751 in Gotha geboren. Durch seinen Stiefvater erhielt er eine umfassende Bildung. Nach dem Jurastudium in Göttingen, Leipzig und Jena (1767-1771) wurde er 1774 in die Direktion des neugegründeten Hoftheaters in Gotha berufen bis 1779 verbunden mit dem Titel eines Bibliothekars. 1780 bis 1814 betreute er die Privatbibliothek Herzog Ernst Ludwigs II. von Sachsen-Gotha.

Revolutionsalmanach 1793-1804

März

François Hotman: Commentariorum in Orationes M.T.Ciceronis Volumen I.
Genf: Robert Stephanus [Estienne] 1554
(StB Ulm: Smr 2429)

Druckersignete sind Wappen, symbolische Zeichen oder figürliche Bilder meist auf den Titelseiten der Bücher. Mit ihnen wird die Herkunft des Drucks sinnbildlich als Erzeugnis einer bestimmten Offizin (Druckerwerkstatt) gekennzeichnet. Sie entwickelten sich aus mittelalterlichen Hausmarken und übten im 15. Jahrhundert Rechtsschutzfunktion aus. Später wurden sie zu einem wichtigen Schmuckelement und dienten vorwiegend der Identifikation und Repräsentation.

Commentariorum in Orationes M.T.Ciceronis Volumen I.

April

Govard Bidloo:
Anatomia humani corporis
Amsterdam: Someren, Dyk, Boom1685
(StB Ulm: 4981)

Der niederländische Arzt, Anatom und Dichter Govard (Gottfried, Govert) Bidloo wurde am 12. März 1649 in Amsterdam geboren. Der Sohn eines Apothekers studierte Chirurgie an der Universität Franeker und war Schüler des Arztes Frederik Ruysch (1638-1731). 1688 wurde er Dozent für Anatomie in Den Haag und 1692 zum Leiter des Nationalen Krankenhauswesens ernannt. Von 1694 bis zu seinem Tode am 30. März 1713 war er Professor für Anatomie und Medizin an der Universität in Leiden.

Anatomia humani corporis

Mai

Tarich [Manuskriptrolle]
(StB Ulm: 6766)

Unter Tarich versteht man im Arabischen so viel wie Geschichte oder Chronik und bezeichnet damit allgemeine Geschichtswerke. Der 1564 in Ulm geborene Veit Marchtaler bereiste in jungen Jahren Ungarn und Siebenbürgen und verfasste darüber auch eine Reisebeschreibung. Nach seiner Rückkehr wurde er 1600 zum Ratsherrn ernannt und mit dem Ausbau der Verteidigungsanlagen beauftragt.

Tarich

Juni

Giovanni Boccaccio: Il Decamerone [ital.]
Venedig: Manfredus de Bonellis 1498
(Stadtbibliothek Ulm: Schad 3853)

Der italienische Dichter und Humanist Giovanni Boccaccio wurde 1313 in Florenz (?) geboren. 1327 begann der uneheliche Sohn eines Kaufmanns eine Lehre und studierte ab 1332 alte Sprachen und kanonisches Recht. Um 1340 kehrte er nach Florenz zurück, wo ihm verschiedene Aufgaben übertragen wurden. Zusammen mit dem Humanisten und Dichter Francesco Petrarca (20.7.1304-18.7.1374) bemühte er sich ab 1350 um die Wiederbelebung der lateinischen und griechischen Studien und veranlasste die erste vollständige Übersetzung Homers ins Lateinische.

Giovanni Boccaccio: Il Decamerone

Juli

Jan Hus und Hieronymus von Prag: Confessorum Christi Historia Et Monumenta
Nürnberg: Berg & Neuber 1558
(Stadtbibliothek Ulm: 305)

Der Theologe und Reformator Jan Hus (Johannes Huss) wurde um 1371 in Husinec (Südböhmen) als Sohn eines Fuhrmanns geboren. Nach dem Schulbesuch studierte er ab 1390 in Prag und erhielt 1400 die Priesterweihe. Er war als Prediger und Universitätslehrer sowie als Beichtvater des böhmischen Königs Wenzel IV. tätig.

Confessorum Christi Historia Et Monumenta

August

Todten Dantz durch alle Stände und Geschlecht der Menschen Hans Holbein, Kaspar Scheid
Frankfurt, Main: Eberhard Kieser 1617
(StB Ulm: vBB 884a)

Unter dem Begriff Totentanz versteht man die Darstellung eines vom personifizierten Tod angeführten Tanzes mit Menschen jeden Alters und Standes als Medium von Gesellschaftskritik in Literatur, Musik und bildender Kunst.

Todten Dantz durch alle Stände und Geschlecht der Menschen

September

Teresia von Avila (Teresa de Jesus):
Las obras de la S. Madre Teresa de Iesus
Anveres [Antwerpen]: Moret 1630
(StB Ulm: Schad 2020)

Die spanische Mystikerin Theresia von Avila (Teresa Sanchez de Ahumada, Ordensname: Teresa de Jesus) wurde am 28.3.1515 in Avila (Kastilien) geboren und starb am 4.10.1582 in Alba de Tormes (Salamanca). 1535 trat sie in das Karmelitinnenkloster La Encarnación in Avila ein. Ab 1560 widmete sie sich der Reformation des Ordens und begann 1562 trotz Widerstände mit der Gründung von Reformklöstern.

Las obras de la S. Madre Teresa de Iesus

Oktober

Dante Alighieri: La divina Comedia
Vinegia [Venedig]: Domenico Farri 1569
(StB Ulm: Schad 6635)

2015 jährt sich zum 750. Male der Geburtstag des italienischen Dichters Dante Alighieri (*1265 in Florenz). Er erwarb sich bereits in jungen Jahren eine gelehrte Bildung und stand mit den bedeutendsten Künstlern von Florenz in Verbindung. Ab 1295 war er politisch tätig und bekleidete verschiedene politische Ämter. 1302 wurde er verbannt und zum Tode verurteilt. Ab 1303 führte er ein unstetes Wanderleben, das ihn nach Verona, Lucca und Ravenna führte, wo er am 14.9.1321 starb.

La divina Comedia

November

Hortulus animae
Lyon: Johann Clein für
Anton Koberger in Nürnberg: 1513
(Ulm StB: AV 81)

Hortulus animae (dt.: Seelengärtlein) ist der Titel eines Gebetbuchs, das ab 1498 vorwiegend im deutschsprachigen Raum zahlreiche Auflagen erlebte. Es wird auch als deutsches Gegenstück der französischen Stundenbücher (Livres d'heures) bezeichnet, von denen zwischen 1487 und 1498 mehr als 65 Ausgaben erschienen sind.

Hortulus animae

Dezember

Andreas Vesalius:
De Humani corporis fabrica Libri septem
Basel: Johannes Oporinus 1555
(Ulm StB: Schad 13 218)

Der Mediziner Andreas Vesalius wurde am 31.12.1514/1.1.1515 als Sohn des Hofapothekers Karls V. in Brüssel geboren. Ab 1530 studierte er Wissenschaften und Sprachen in Löwen und erwarb hier seine humanistische Bildung. Ab 1533 studierte er in Paris Medizin und Anatomie. 1536 kehrte er nach Löwen zurück und beendete seine Studien.

De Humani corporis fabrica Libri septem

Januar

Sebastian Brant: Das neue Narrenschiff
Augsburg: Johann Schönsperger 1498
(StB Ulm: vBB 90)

Sebastian Brant wurde 1457 in Straßburg geboren. In Basel studierte er klassische Sprachen und Rechtswissenschaft und wurde dort Berater (Lektor) der Buchdrucker. 1489 erwarb er den Doktor beider Rechte. 1496 wurde er Professor für römisches und kanonisches Recht. 1500 kehrte er nach Straßburg zurück, wo er als Syndikus und Stadtschreiber (Kanzler) bis zu seinem Tode am 10.5.1521 amtierte.

Das neue Narrenschiff

Februar

Athanasius Kircher: China monumentis qua sacris qua profanis ... illustrata
Amsterdam: Johannes Janssonius a Waesberge & Elizeus Weyerstraet, 1667
(StB Ulm: Schad 7140)

Athanasius Kircher wurde am 2.5.1602 in Geisa bei Fulda geboren. Ab 1614 besuchte er das Jesuiten-Kollegium in Fulda und trat 1618 in den Jesuitenorden ein. Er studierte in Paderborn an der Academia Theodoriana Philosophie und Theologie. In Heiligenstadt unterrichtete er Mathematik, Hebräisch und Syrisch. 1628 wurde er Priester und zugleich Professor für Mathematik und Ethik an der Universität Würzburg.

China monumentis qua sacris

März

Philipp Gallaeus, Hugo Favolius:
Theatri orbis terrarum Enchiridion
Antwerpen: Philipp Gallaeus & Christoph Plantin 1585
(StB Ulm: 9389, Schad 8925)

Der niederländische Zeichner, Kupferstecher, Schriftsteller und Verleger Philipp Gallaeus (Galle) wurde 1537 in Haarlem geboren und starb am 11.3.1612 in Antwerpen. Er stammte aus einer berühmten niederländischen Kupferstecherfamilie und gründete in Antwerpen eine Werkstatt zur Kupferstichherstellung, die von seinen Söhnen Cornelius und Theodor weitergeführt wurde.

Theatri orbis terrarum Enchiridion

April

Johannes de Capua: Directorium vitae humanae, deutsch von Antonius Pforr: Buch der Weisheit der alten Weisen.
Ulm: Lienhart Holl 2.VI.1484
(StB Ulm: vBB 978)

Das Buch der Beispiele (Buch der Weisheit der alten Weisen) gehört in die Tradition des indischen Pancatantra, einer Sammlung von Fabeln, Erzählungen und Sprüchen, die die wichtigsten Regeln der Staatskunst und der Weltklugheit enthalten. Johann de Capua erstellte aus alten Quellen eine lateinische Übersetzung, die Antonius Pforr als Grundlage für eine deutsche Ausgabe diente, die zwischen 1480/82 und 1592 in 17 Drucken erschien. Johann de Capua (* um 1250 in Capua; † um 1310 in Rom) war ein zum Christentum konvertierter jüdischer Autor.

Directorium vitae humanae

Mai

Albubather: De nativitatibus
Venedig: Aloysius in contrata S. Luciae 1.VI.1492
(StB Ulm: 15199-15202)

Abu Bakr al-Hasan ibn al-Chasib, latinisiert Albubather, war ein arabischer Arzt und Astrologe persischer Abstammung des 9. Jahrhunderts. Er schrieb Werke in Persisch und Arabisch und ist vor allem bekannt für sein von Canonicus Salio ins Lateinische übertragene Werk "De nativitatibus". Dabei handelt es sich um eine Enzyklopädie der Astrologie. In der ersten Zeile des 3. Blattes wird der Autor genannt: "DIXIT Albubather Magni Alchasili: Alcharsi Filius: Auctor Astronomie Perspicuus".

De nativitatibus

Juni

Ulrich Richental: Das Concilium, so zu Constanz gehalten ist worden
Augsburg: Heinrich Steiner 1536
(StB Ulm: Schad 83, 34722)

Der Chronist des Konstanzer Konzils (1414-1418) Ulrich Richental wurde um 1365 als Sohn von Johann Richental, der von 1356 bis 1389 Stadtschreiber in Konstanz war, geboren. Die Familie stammte aus der Gemeinde Richental im Kanton Luzern. Ulrich Richental dürfte die niederen geistlichen Weihen erhalten haben wie aus einem Schreiben an Clemens VII. (1378-1394 Papst in Avignon) hervorgeht.

Das Concilium

Juli

Lukrez: De rerum natura libri sex.
Parisiis & Lugduni:
Gulielmus & Philippus Rovillius 1563
(StB Ulm: 3457)

Die wenigen antiken Nachrichten zu Leben und Werk des römischen Lehrdichters Titus Lucretius Carus geben keinerlei Hinweise auf seine Herkunft und Lebensverhältnisse. Sie deuten lediglich auf eine ungefähre Lebenszeit von 97 bis 55 vor Christus hin.

Lukrez: De rerum natura libri sex

August

Bettbuch Caroli Magni
Hrsg.: Johann Hürlimann [Horolanus]
Ingolstadt: Wolfgang Eder 1585
(StB Ulm: Smr 626)

2014 wird des 1200jährigen Todestages von Karl dem Großen gedacht. Er wurde wohl am 2.4.747/748 geboren und starb am 28.1.814 in Aachen. Von 768 bis zu seinem Tode war er König des Fränkischen Reichs (bis 771 gemeinsam mit seinem Bruder Karlmann). Am 25.12.800 wurde er von Papst Leo III. als erster westeuropäischer Herrscher seit der Antike in Rom zum römischen Kaiser gekrönt.

Bettbuch Caroli Magni

September

Sebastian [Johann Valentin] Sailer:
Das Jubilierende Marchtall
Marchtall: Reichsstift 1771
(StB Ulm: 70102)

Johann Valentin Sailer wurde vor 300 Jahren am 12.2.1714 in Weißenhorn (Schwaben) geboren. Nach seiner Schulzeit trat er 1730 in das Prämonstratenserstift Obermarchtal ein. 1738 wurde er zum Priester geweiht und war ab 1740, von Unterbrechungen durch Aufgaben im Kloster abgesehen, als Seelsorger in verschiedenen Gemeinden tätig: Kirchbierlingen, Reutlingendorf, Seekirch und von 1756 bis 1773 in Dieterskirch. Nach einem Schlaganfall 1773 lebte er bis zu seinem Tod am 7.3.1777 im Kloster Obermarchtal.

Das Jubilierende Marchtall

Oktober

Gregor Reisch: Margarita philosophica
Straßburg: Schott 1504
(StB Ulm: 15381)

Gregor Reisch wurde um 1467 in Balingen (Zollernalb) geboren. 1487 immatrikulierte er sich als Kleriker des Bistums Konstanz in Freiburg (Breisgau), wo er auch nach Erlangung des Magister Artium lehrte. Um 1496/97 trat er in die Freiburger Kartause ein. 1501 wurde er Prior in der Kartause Buxheim (Schwaben).

Das Jubilierende Marchtall

November

Christoph Frick: Ost-Indianische Räysen und Krieges-Dienste
Ulm: Matthäus Wagner 1692
(StB Ulm: 6397)

Christoph Frick wurde am 7. November 1659 in Ulm getauft. 1674-1677 ging er bei dem Bader und Wundarzt Bartholomäus Heckhing in die Lehre. In den folgenden Jahren reiste er über Wien, Ungarn, Böhmen, Mähren, Schlesien, Sachsen und die Schweiz in die Niederlande. Von der Niederländischen Ostindien-Kompanie wurde er als Chirurg eingestellt.

Ost-Indianische Räysen und Krieges-Dienste

Dezember

Gabriele Simeoni: Figure de la biblia. Figure del nuovo Testamento
Lyon: Gulielmus Rovillius 1577-1588
(StB Ulm: Schad 3122)

Der italienische Humanist, Dichter, Übersetzer, Militärtheoretiker und Astrologe Gabriele Simeoni (Symeoni) wurde am 25. Juli 1509 in Florenz geboren. Nach anfänglicher Förderung durch Cosimo I. de Medici, dem er einige seiner frühen Werke widmete, war er im Dienste verschiedener italienischer und französischer Herrscherhäuser tätig. Nach Vorwürfen der Häresie flüchtete er nach Südfrankreich.

Figure de la biblia

Januar

Johannes de Thúrocz:
Chronica Hungariae
Augsburg: Erhard Ratdolt 1488
(StB Ulm: Schad 9442)

Der ungarische Chronist Johannes von Thurocz (Janos Thuroczy) wurde um 1435 geboren. Er war als Jurist und Notar tätig, unter anderem in der königlichen Kanzlei in Buda (1486-1488) und im Kloster Sag/Slowakei (1465-66 und 1470-1479). Er starb 1488/89 in Buda. Zwischen 1480 und 1487 verfasste er mit der Chronica Hungariae die umfangreichste spätmittelalterliche Prosachronik zur ungarischen Geschichte in lateinischer Sprache.

Chronica Hungariae

Februar

Joseph Furttenbach (Vater):
Newes Itinerarium Italiae
Ulm: Jonas Saur 1627
(StB Ulm: Schad 8981, 25784, AV 76)

Joseph Furttenbach (*30.12.1591 in Leutkirch) besuchte ab 1603 die deutsche Schule in Isny. Nach Leutkirch zurückgekehrt, begann er eine Lehre in der Stadtkanzlei. Ab 1608 bereiste er über zehn Jahre Ober- und Mittelitalien, wo er sich intensiv mit Architektur, Gartenkunst, Theater und Bühnentechnik auseinandersetzte. Nach seiner Rückkehr übernahm er 1621 die Leitung eines Ulmer Handelshauses. Ab 1631 war er als Ratsdeputierter des Bauamtes für die Instandhaltung der Stadtbefestigungen und der öffentlichen Gebäude zuständig. 1636 wurde er Mitglied des Rats der Stadt Ulm. Am 17.1.1667 starb er an Wassersucht.

Newes Itinerarium Italiae

März

Alcorani textus universus
Übers. u. hrsg. von Lodovico Marracci
Patavii: Typographia Seminarii 1698
(StB Ulm: 19-1.2.)

Der Koran ist das heilige Buch des Islam. Er ist als die göttliche Offenbarung die erste Quelle und der Maßstab des rechten Glaubens sowie die Grundlage und die Norm des richtigen Handelns. Ihm kommt im Islam die höchste und absolute Autorität zu. Der Koran enthält die Botschaft, die der Prophet Mohammed (*um 570 in Mekka, +8.6.632 in Medina) im Laufe seines Wirkens zwischen 610 und 632 verkündet und als Offenbarung Gottes ausgegeben hat. Er ist in 114 Suren (Kapitel) mit insgesamt 6326 Versen eingeteilt.

Alcorani textus universus

April

Novum Testamentum
Polyglotte Ausgabe von Elias Hutter
Nürnberg: Dietrich 1599-1600
(StB Ulm 6-1.2. 2°)

Unter dem Begriff Neues Testament versteht man eine in der späthellenistischen Umgangssprache (Koine) verfasste Sammlung von 27 urchristlichen Schriften (Evangelien von Markus, Matthäus, Lukas und Johannes, Apostelgeschichte, 21 Paulus- und Apostel-Briefe, Offenbarung des Johannes) des 1. Jahrhunderts, die zusammen mit dem Alten Testament die christliche Bibel bildet. Neben einsprachigen Ausgaben erschienen seit Beginn des 16. Jahrhunderts auch sogenannte polyglotte (vielsprachige) Bibeln.

Novum Testamentum

Mai

Miqdas Yahwe esrîm we-arba sifrâ ham-miktav haq-qadôs = Biblia Hebraica
Übers. u. hrsg. von Sebastian Münster
Basel: Isengrin & Petri 1534-35:
(StB Ulm 17-1.2.)

Der Hebraist und Kosmograph Sebastian Münster wurde am 20.1.1488 in Ingelheim (Rhein) geboren. Um 1505 trat er in den Franziskanerorden ein. Er studierte Logik, Kosmologie und Hebräisch. 1512 wurde er zum Priester geweiht und war in den Klöstern Tübingen (1514-1518) und Basel (1518-1520) als Lektor für Philosophie tätig. Ab 1521 hielt er sich in Heidelberg auf, wo er zwischen 1524 und 1529 als Professor für Hebräisch an der Universität lehrte. 1529 trat er aus dem Franziskanerorden aus, um einen Ruf an die reformierte Universität Basel anzunehmen, deren Rektor er 1547/48 war.

Biblia Hebraica

Juni

Catechismus oder Christlicher Underricht, wie der in Kirchen und Schulen
der Churfürstlichen Pfaltz getrieben wirdt [Heidelberger Katechismus]
Heydelberg: Gotthard Vögelin 1610
(StB Ulm 3051)

Der Heidelberger Katechismus ist neben dem Kleinen Lutherischen Katechismus der Bedeutendste des 16. Jahrhunderts. Er wurde auf Veranlassung des Pfälzischen Kurfürsten Friedrich III. (*14.2.1515 Simmern, +26.10.1576 Heidelberg, Kurfürst seit 1559) verfasst und erschien erstmals vor 450 Jahren (1563) in Heidelberg bei Johannes Mayer. Als Verfasser gilt der Theologe und Reformator Zacharias Ursinus (*18.7.1534 Breslau, +6.3.1583 Neustadt an der Weinstraße).

Catechismus oder Christlicher Underricht, wie der in Kirchen und Schulen der Churfürstlichen Pfaltz getrieben wirdt

Juli

Peter Valckenier, Andreas Müller:
Das Verwirrte Europa. Band 1-3
Amsterdam: Sommern & Boom
1677-1683
(StB Ulm: Schad 8027, Smr 1951)

Der holländische Historiker, Jurist und Politiker Petrus (Pieter) Valckenier wurde 1638/1641 in Emmerich (Niederrhein) geboren. Er war zunächst Advokat in Amsterdam. Ab 1676 war er Gesandter der Generalstaaten in Frankfurt (Main) und 1690 bei der Schweizerischen Eidgenossenschaft in Zürich. Nach 14 Jahren wurde er in seine Heimat zurückberufen, wo er 1712 starb. Er war ein kluger und in der Politik seiner Zeit ein sehr erfahrener Mann.

Das Verwirrte Europa

August

Juan Cristobal Calvete de Estrella:
El felicissimo viaie d'el ... Don Phelippe, Hijo ... Carlos Quinto ... desde Espana a sus tierras dela baxa Alemana
Anvers [Antwerpen]: Martin Nutius 1552
(StB Ulm: Schad 7089)

Der älteste Bericht über das Ulmer Fischerstechen stammt aus dem Jahre 1549. Er befindet sich in der auf Spanisch verfassten Beschreibung der Reise des Prinzen Philipp, die dieser zwischen 1548 und 1550 durchführte. Henning Petershagen, Historiker und Redakteur bei der Südwestpresse Ulm, hat dieses historische Ereignis in der SWP vom 6.7.2013, S.46 ausführlich beschrieben: "Philipp beim Fischerstechen, der älteste Bericht über den Ulmer Brauch stammt aus dem Jahr 1549".

El felicissimo viaie d'el

September

Thesaurus Hieroglyphicorum e museo Ioannis Georgii Herwart ...
München ; Augsburg: 1610
(StB Ulm: Schad 3842)

Der bayerische Staatsmann und Gelehrte Johann (Hans) Georg Herwart (Hörwarth) von Hohenburg d. Ä. wurde am 11.2.1553 in Augsburg geboren. Ab 1574 studierte er an der Universität Ingolstadt Rechtswissenschaften (1582 Dr. jur.). Ab 1577 hatte er verschiedene politische Ämter in Bayern inne: 1577-1583, 1585 bayerischer Hofrat, 1583-85 Assessor am Reichskammergericht in Speyer für den bayerischen Reichskreis, 1587-1590 und 1597-1622 Landschaftskanzler der bayerischen Landstände, 1590-1597 Oberstkanzler der bayerischen Beamtenschaft. Von 1592-1622 war er außerdem Pfleger in Schwaben. Er starb am 15.1.1622 in Aufhausen.

Thesaurus Hieroglyphicorum

Oktober

Martin Zeiller:
Chronicon parvum Sueviae oder Kleines Schwäbisches Zeit-Buch
Ulm: Balthasar Kühn 1653
(StB Ulm: 46960, AV 816, Schad 9547, Smr 2085)

Der gelehrte Reiseschriftsteller, Topograph und Enzyklopädist Martin Zeiller wurde am 17.4.1589 in Ranten (Steiermark) als Sohn eines lutherischen Pfarrers geboren. 1600 musste er aus Glaubensgründen die Heimat verlassen und kam nach Ulm. Nach dem Besuch der Schule in Ulm (ab 1601) studierte er Geschichte und Rechtswissenschaft in Wittenberg (ab 1608). Zwischen 1612 und 1629 war er als Hauslehrer und Sekretär protestantischer Adelshäuser (u.a. der Grafen von Tattenbach) in Österreich tätig.

Chronicon parvum Sueviae

November

Anne Louise Germaine de Staël-Holstein: De l'Allemagne [Über Deutschland]
Paris: H. Nicolle 1810
London: John Murray 1813
Berlin: Julius Eduard Hitzig 1814
(StB Ulm: 20100)

Madame de Staël-Holstein wurde am 22.4.1766 als Tochter des Bankiers und späteren Finanzministers Ludwigs XVI. Jacques Necker (1732-1805) in Paris geboren. Bereits als Elfjährige kam sie mit der Aufklärung und ihren Problemen im Salon ihrer Mutter in Berührung. 1786 heiratete sie den schwedischen Diplomaten Baron de Staël. Sie begeisterte sich für den Liberalismus und die Republik, kam aber bald in politischen Gegensatz zu Napoleon, der ihre Schriften für gefährlich ansah.

De l'Allemagne [Über Deutschland]

Dezember

Das Nibelungenlied und die Klage
Faksimile der Handschrift C [13.Jh.]
Stuttgart: Müller & Schindler 1968
(StB Ulm: F 1/15)

Das Nibelungenlied und die Klage entstanden um 1200. Der Dichter des mittelhochdeutschen Heldenepos ist nicht bekannt, wird aber im bayerisch-österreichischen Raum zu suchen sein. Das Lied gliedert sich in 39 Aventiuren (Kapitel, Erzählung). Die ersten 19 Aventiuren berichten über Siegfrieds Werbung und Tod, die Aventiuren 20-39 über Etzels Werbung und den Untergang der Nibelungen. Vom Nibelungenlied sind drei vollständige Handschriften überliefert, die aus dem 13. Jahrhundert stammen.

Das Nibelungenlied und die Klage

Januar

Johann Franz Griendel:
Micrographia nova
Nürnberg: Johann Zieger 1687
(StB Ulm: 19412)

Johann Franz Griendel wurde um 1631 in Ach bei Burghausen (?) geboren. 1650 immatrikulierte er sich mit seinem Bruder an der Universität Ingolstadt. 1655 trat er in Braunau unter dem Namen Ladislaus in den Kapuzinerorden ein und lebte zwischen 1655 und 1670 in Salzburg, München, Kitzingen und Würzburg. 1670 trat er aus dem Orden aus und kam über Regensburg nach Nürnberg, wo er eine Werkstatt eröffnete, in der er eine Vielzahl von optischen Instrumenten konstruierte und anbot.

Micrographia nova

Februar

Johannes Hevelius:
Selenographia sive lunae descriptio
Danzig: Selbstverlag 1647
(StB Ulm: 4041 2°)

Johannes Hevelius (Hävelcke, Hewelcke) wurde am 28.1.1611 in Danzig geboren. Er erhielt eine umfassende Ausbildung am akademischen Gymnasium (ab 1618) u.a. bei dem berühmten Astronomen Peter Crüger (*1580, +1639) und in Gondeltsch bei Bromberg (1624-1627). Nach Studien der Rechtswissenschaften in Leiden (1630) und Bildungsreisen durch England und Frankreich lebte er ab 1634 als Brauereibesitzer und Ratsherr bis zu seinem Tode am 28.1.1687 in Danzig.

Selenographia sive lunae descriptio

März

Pietro DellaValle: Reiß-Beschreibung in unterschiedliche Theile der Welt
Genf: Widerhold 1674
(StB Ulm: Schad 8028,Bd.1-4)

Pietro della Valle, genannt Il Pellegrino (2.4.1586 - 20./21.4.1652) war Forschungsreisender, Reiseschriftsteller und Komponist. Schon früh widmete er sich den Wissenschaften und der Dichtkunst. 1611 nahm er mit der spanischen Flotte an einem Zug gegen die Barbareskenstaaten (arabisch-berberische Staatengebilde in Nordafrika) teil. Nachdem er in Neapel das Pilgerkleid genommen hatte, schiffte er sich 1614 in Venedig zu einer Wallfahrt in den Orient ein, die ihm den Beinamen Il Pellegrino eintrug.

Reiß-Beschreibung in unterschiedliche Theile der Welt

April/Mai

Das Newe Testament Deutzsch
Martin Luther. [Dezember-Testament]
Holzschnitte von Lukas Cranach
Wittenberg: Melchior Lotter 1522
(StB Ulm: vBB 538)

Die Übersetzung des Neuen Testamentes brachte der Reformator Martin Luther (*10.11.1483, +18.2.1546) von Mitte Dezember 1521 bis Anfang März 1522 zustande und zwar auf der Wartburg bei Eisenach (Thüringen), die er als seine "Einöde" bezeichnete. Er war dorthin am 4. Mai 1521 vor den Gefahren der über ihn verhängten Reichsacht zum eigenen Schutz entführt worden.

Das Newe Testament Deutzsch

Juni

Johann Aegidius Eichhorn:
Die Erscheinung der Venus in der Sonnenscheibe
Nürnberg: Johann Fleischmann 1761
(StB Ulm: 16658)

Zu den astronomischen Höhepunkten im Jahre 2012 zählt ein sogenannter Venus-Durchgang oder Venus-Transit. Unter diesem seltenen Ereignis versteht man den Vorübergang der Venus vor der Sonne. Dabei stehen Sonne, Venus und Erde exakt in einer Linie. Venusdurchgänge erfolgen paarweise in einem Abstand von acht Jahren im Mittel alle 120 Jahre.

Die Erscheinung der Venus in der Sonnenscheibe

Juli

Heinrich Steinhöwel:
Tütsche Cronica Beschreibung einer Chronic von anfang der Welt biß auff Keyser Friderich III
Frankfurt/Main: Egenolff 1531
(StB Ulm: 42000)

Aus Anlass des 600. Geburtstages im Jahr 2012 des Ulmer Arztes und Humanisten Heinrich Steinhöwel zeigt die Sadtbibliothek in ihrer Reihe Buch des Monats in den nächsten Monaten Werke, die von Steinhöwel verfasst bzw. herausgegeben wurden.

Tütsche Cronica

August

Francesco Petrarca:
Historia Griseldis. Deutsch von Heinrich Steinhöwel
Ulm: Johannes Zainer um 1473
(StB Ulm: 14993)

Der italienische Humanist und Dichter Francesco Petrarca wurde am 20.7.1304 als Sohn eines Florentiner Notars geboren und starb am 18.7.1374. Seine Zeitgenossen sahen in Petrarca den Humanisten, der als einer der ersten nach antiken Handschriften forschte und sich um deren Verbreitung bemühte. Steinhöwels Übersetzung von Petrarcas lateinischer Bearbeitung der berühmten Griseldis-Novelle aus Giovanni Boccaccios Decameron (Dec. X,10) wurde zu einem der beliebtesten Texte des schwäbischen Frühhumanismus, die allein im 15. Jahrhundert mehr als ein dutzendmal gedruckt wurde.

Historia Griseldis

September

Rodericus Zamorensis:
Speculum vitae humanae.
Deutsch von Heinrich Steinhöwel
Augsburg: Günther Zainer um 1475/78
(StB Ulm: Schad 365)

Rodericus Zamorensis wurde als Rodrigo Sanchez de Arevalo 1404 in Santa Maria de Nieva geboren. Er studierte an der Universität Salamanca Rechtswesen. Zwischen 1434 und 1439 nahm er als Mitglied der kastilischen Delegation am Basler Konzil teil. Er war Berater von König Juan II. und König Henrique IV. 1457 wurde er von Papst Kalixt III. zum Bischof von Oviedo ernannt. Papst Paul II. ernannte ihn zum Bischof von Zamora (daher sein Beiname, 1467), Calahorra (1468) und Palencia (1469).

Speculum vitae humanae

Oktober

Heinrich Steinhöwel:
Büchlein der Ordnung der Pestilenz
Ulm: Konrad Dinckmut [um 1482]
(StB Ulm: 15003)

Heinrich Steinhöwels (1412-1479) Büchlein der Ordnung der Pestilenz (Pestbuch) entstand 1446, als in seiner Heimat Weil der Stadt eine Pestepidemie wütete. Der Erstdruck, der "am montag nach Erhardi...Mcccclxxiij" [11.1.1473] bei Johann Zainer in Ulm erschien, ist nicht nur das erste gedruckte Pestbüchlein, sondern neben einem in Augsburg 1472 erschienenen "Regimen sanitatis" (Ordnung der Gesundheit), der erste deutschsprachige medizinische Text, der im Druck erschien. Das Werk ist in zwei Teile gegliedert.

Büchlein der Ordnung der Pestilenz

November

Apollonius von Tyrus: Historia Appollonii regis Tyri. Dt. von Heinrich Steinhöwel
Ulm: Johann Zainer d. J. 1499
(StB Ulm: 34774)

Als letztes Buch des Monats in der Steinhöwelreihe (seit Juli 2012) ist das literarische Erstlingswerk von Heinrich Steinhöwel (1412-1479) ausgestellt. Es handelt sich um eine deutsche Bearbeitung des spätantiken lateinischen Romans über König Apollonius von Tyrus. Das Werk verarbeitet Motive einer Freierprobe, des Inzests, der Bewährung an fremden Höfen, des Verlusts von Ehefrau und Tochter mit anschließender Wiedervereinigung.

Historia Appollonii regis Tyri

Dezember

Jason de Mayno:
Super prima et secunda parte Infortiati.Super prima parte Digesti novi. Repetitio legis, quo minus.
Pavia, Venedig: de Rovellis, de Vitalibus 1499/1500
(StB Ulm: 14874-14876)

Jason de Mayno (Jason Mainus, Giasone dal Maino, *1435 in Pesaro, +22.3.1519 in Pavia) studierte die Rechte in Paris. Durch Kartenspiel verfiel er in ein liderliches Leben, setzte sein Studium in Bologna aber dann mit gutem Erfolg fort. 1471 wurde er Professor der Rechte in Pavia und 1486 in Padua. Da seine Besoldung von 2000 Dukaten nicht erhöht wurde, ging er 1489 nach Pisa. 1491 kehrte er nach Pavia zurück.

Super prima et secunda parte Infortiati

Januar

Petrus de Crescentiis: Ruralia commoda
[Speyer: Peter Drach, um 1492]
(StB Ulm: Schad 13258)

Das Buch des Monats Januar 2011 ist das 50. Buch, das seit Dezember 2006 aus dem Altbestand der Stadtbibliothek Ulm ausgestellt wird. Bei dem Jubiläumsband handelt es sich um eine Inkunabel (Wiegendruck) aus der Bibliothek des Ulmer Patriziers Erhard Schad (1605-1681), die rund 14000 Titel umfasst.

Petrus de Crescentiis: Ruralia commoda

Februar

Noribergae: Sodalitas Celtica 1502
(StB Ulm: Schad 4042)

Der Humanist, Dichter und Kosmograph Konrad Celtis (eigentlich: Bickel, Pickel, Beiname Protucius) wurde am 1. Februar 1459 als Sohn eines Weinbauern in Wipfeld bei Schweinfurt geboren. Zwischen 1478 und 1485 studierte er an den Universitäten Köln (Baccalaureus artium1479) und Heidelberg (Magister artium 1485).

Quatuor libri amorum

März

Abraham Ortelius: Theatrum orbis terrarum
Antwerpen: Diesth 1574
(Stadtbibliothek Ulm: 5394 2°)

Der Kartograph und Historiker Abraham Ortelius (Oertel, Ortels) wurde am 4.4.1527 in Antwerpen geboren. Trotz seiner wissen-schaftlichen Neigungen war er zunächst gezwungen sich wie sein Vater Leonhard Ortel dem Handelsgewerbe zu widmen und besuchte in dieser Eigenschaft häufig die Frankfurter Messe. Er unternahm mehrere Reisen u.a. nach England und Irland sowie dreimal nach Italien. Ab dieser Zeit widmete er sich vermehrt geographischen und archäologischen Studien und gab ab 1564 selbstbearbeitete Wand- und Einzelkarten heraus.

Theatrum orbis terrarum

April

Bernard Forest de Bélidor:
Architectura hydraulica [deutsch]
Augspurg: Johann Georg Mertz;
[Ulm: Wagner] 1740-50
(StB Ulm: 16886)

Der französische Architekt, Ingenieur und General Bernard Forest de Bélidor wurde 1697/1698 in Katalonien geboren. Er studierte Mathematik und Physik und wurde anschließend Professor an der neuerrichteten Artillerieschule in La Fère (Dép. Aisne). 1742 nahm er als Adjutant Philippe-Henri de Ségurs am Feldzug in Bayern teil.

Architectura hydraulica

Mai

Karl IV., Römisch-Deutscher Kaiser:
Die Goldene Bulle, [Bulla aurea, dt.]
Ulm: Lienhart Holl 6.IX.[14]84
(StB Ulm: 15001 [ehemals: Schad 10446/10447])

Die Goldene Bulle [lat.: Bulla aurea] wurde durch Kaiser Karl IV. (*14.5.1316, +29.11.1378, König 1346, Kaiser 1355) auf den Reichstagen in Nürnberg (10.1.1356) und Metz (25.12.1356) in lateinischer Sprache veröffentlicht. In ihr werden die deutsche Königswahl geregelt, die Rechte und die Stellung der Kurfürsten definiert, das Zeremoniell für die Repräsentation des Reichs sowie Bestimmungen zum Städte- und Fehderecht festgelegt. Ohne direkte Vorlagen ist die Goldene Bulle vom Schwabenspiegel, der Konklaveordnung Gregors X. (1210-1276, Papst 1271) sowie den reichspolitischen Ideen des Lupold von Bebenburg (*um 1300, +1363) beeinflusst.

Die Goldene Bulle

Juni

Michael Dieterich:
Beschreibung der Stadt Ulm
Ulm: Ebner 1825
(StB Ulm: 24 676)

Michael Dieterich wurde am 5. Oktober 1767 in Bräunisheim (OA Geislingen/Steige, heute Ortsteil von Amstetten, Alb-Donau-Kreis) geboren. Nach dem Schulbesuch u.a. auf dem Gymnasium in Ulm studierte er von 1793-1796 Theologie in Jena. 1796 wurde er Erzieher der Kinder des Obervogts Marx Philipp von Besserer in Leipheim und später in Langenau, wo er 1805 Diakon und 1828 Pfarrer wurde und in der Nacht zum 7. Januar 1853 starb.

Beschreibung der Stadt Ulm

Juli

Jacques LeMercier; Jean Marot:
Le magnifique château de Richelieu
Ohne Ort u. Verlag: um 1642
(StB Ulm: 32795)

Armand-Jean du Plessis, Herzog von Richelieu (*9.9.1585 in Paris, +4.12.1642 in Paris), französischer Staatsmann und Kardinal (seit 1622) ließ sich von Jacques Le Mercier ab 1627 die Stadt und das Schloß Richelieu in Poitou bauen. Zu diesem Bauvorhaben existieren 20 Kupferstiche von Jean Marot, die in dem hier ausgestellten Werk, das um 1642 erschienen ist, zusammengefasst sind.

Le magnifique château de Richelieu

August

Facetus. Deutsch von Sebastian Brant
Ulm: Johannes Schäffler 1497
(StB Ulm: 15 251,1)

Als Facetus bezeichnet man zwei mittellateinische Lehrgedichte, die nach ihren Anfangsworten in "Facetus moribus et vita" und "Facetus cum nihil utilius" eingeteilt werden. Es handelt sich dabei um moralisch-pädagogische Lehrgedichte, deren Verfasser und genaue Entstehungszeit (12. Jh.) unbekannt ist.

Facetus

September

Obsequiale sive benedictionale secundum ecclesiam Constantiensem
Augsburg: Erhard Ratdolt 1510
(StB Ulm: Kt 4901)

Unter einem Obsequiale versteht man ein liturgisches Buch, das die Texte enthält, die für die Exequien (lat.: exequi: das Geleit geben) verwendet werden. Die Exequien sind in der katholischen Kirche die Riten für die Begräbnisfeier vom Sterbehaus bis zum Grab.

Obsequiale sive benedictionale secundum ecclesiam Constantiensem

Oktober

Cronica breve de i fatti illvstri de' re di Francia
Venetia: Bernardo Giunti 1590
(StB Ulm: Schad 6979)

Die Cronica breve stellt in 62 Kupferstichen mit jeweils einem kurzen Text die französischen Könige von den legendären Anfängen bis zum Jahr 1588 vor. Der Text gibt in italienischer Sprache Auskunft über Abstammung, Regierungszeit und wichtige Ereignisse. Beginnend mit dem legendären König Faramundus zu Beginn des 5. Jahrhunderts über die Merowinger, die Karolinger mit Karl dem Großen und die Kapetinger mit Hugo Capet als Begründer der Dynastie im Jahre 987 bis hin zu Heinrich III. Alle diese Kupferstiche sind unsigniert.

Cronica breve de i fatti illvstri de re di Francia

November

Otto von Passau:
Die 24 Alten, oder der goldene Thron
[Straßburg: Johann Prüss um 1477/78]
(StB Ulm: vBB 682)

Über das Leben des Otto von Passau ist nur wenig bekannt. Nach vier urkundlichen Belegen sowie eigenen Angaben war er zwischen 1354 und 1385 in Basel Lektor bei den Franziskanern (1362), Kustos bei den Minoriten (1363), Konventuale (1385) sowie Visitator und Reformator des Klosters Königsfelden (1384). Seine einzige überlieferte Schrift mit dem Titel: Die 24 Alten, oder Der goldene Thron, ist in über 100 Handschriften, 8 Inkunabeln und 6 weiteren Ausgaben (1508, 1568, 1587, 1596, 1607, 1836) überliefert.

Die 24 Alten, oder der goldene Thron

Dezember

Biblia deutsch
[Straßburg: Johann Mentelin 1466]
(StB Ulm: Schad 40)

Aus dem Mittelalter sind schon zahlreiche deutsche Bibelübersetzungen bekannt, die in rund 1000 Handschriften und handschriftlichen Fragmenten überliefert sind. Bis zur Übersetzung von Martin Luther 1522 erschienen zwischen 1466 und 1522 18 deutschsprachige Bibelausgaben, 14 in süddeutschen Dialektformen, 4 in niederdeutschen Dialekten. Die hier ausgestellte erste deutschsprachige Ausgabe mit einem Umfang von 406 Blättern wurde bei Johann Mentelin in Straßburg vor dem 27. Juni 1466 gedruckt.

Biblia deutsch

Januar

[Johann Georg Gesler]
Spanisch-Jesuitische Anecdoten Straßburg [Ulm: Bartholomäi]: 1767
(StB Ulm: 6849)

Johann Georg Gesler wurde am 25. Juni 1734 in Memmingen geboren. Er war Strumpfwirkergeselle, Student, Schriftsteller und Korrektor in der Buch-handlung Otto in Lindau. Von ihm stammen folgende Schriften: Verse und Erzählungen (1761), Satyrisch-moralisches Allerley voller anmuthigen Er-zählungen und Gedichte (1763/64), Der Rechtschaffene, eine Wochen-schrift (1765-68) und die Spanisch-Jesuitischen Anecdoten (1767).

Spanisch-Jesuitische Anecdoten

Februar

Johann Remmelin:
Catoptrum Microcosmicum
Ulm: Johann Görlin 1660
(StB Ulm: 23101 2°)

Johann Remmelin wurde am 28.7.1583 als Sohn des Bortenwirkers Hans Ludwig Remmelin (+1617) und seiner Frau Elisabeth geb. Marchthaler in Ulm geboren. Nach dem Besuch der Ulmer Lateinschule studierte er Philosophie und Medizin an den Universitäten in Tübingen und Basel, wo er 1607 die Doktorwürde für Philosophie und Medizin erhielt...

Catoptrum Microcosmicum

März

Grammatellus cum glosa almanica
Leipzig: Melchior Lotter 1501
(StB Ulm: 15343)

Der "Grammatellus" (deutsch: junger Schüler) ist ein Übungsheft mit lateinischen Beispielsätzen aus dem Alltagsleben zur Erlernung der elementaren lateinischen Konversation. Er wurde zusammengestellt aus einzelnen Sätzen, kleinen Briefen und Namen ausgewählter Gegenstände des täglichen Gebrauchs sowie Begriffen aus dem Handwerk. In der gesamten Drucküberlieferung ist dem lateinischen Text eine deutsche Interlinearübersetzung beigegeben, die fortlaufend Wort für Wort ins Deutsche übersetzt.

Grammatellus cum glosa almanica

April

Abraham Saur:
Theatrum urbium
Frankfurt am Main: Basse 1595 u. Bayer 1658

Abraham Saur (Saurius) wurde am 12. Februar 1545 in Frankenberg/Hessen geboren. Ab 1565 studierte er an den Universitäten in Wittenberg und Marburg Rechtswissenschaften und erwarb 1567 den Magistergrad.

Theatrum urbium

Mai

Darmstädter Pessach-Haggadah
Handschrift ca 2. Viertel 15. Jh.
Faksimile: Berlin: Propyläen-Verl. 1971
(StB Ulm: 67664)

Bisher wurden in der Reihe Buch des Monats ausschließlich Bücher aus dem rund 55000 Titel umfassenden Altbestand der Stadtbibliothek gezeigt. Die Stadtbibliothek besitzt auch einen Bestand an bibliophilen Drucken. Aus diesem werden künftig auch Kostbarkeiten ausgestellt werden. Den Beginn macht ein Faksimile der Darmstädter Pessach-Haggadah-Handschrift (Codex orientalis 8).

Darmstädter Pessach-Haggadah

Juni

Leonhart Fuchs:
Plantarum Historia
Basel: Michael Isengrin 1542
(StB Ulm: 4992)

Leonhart Fuchs (*1501 Wemding, +10. Mai 1566 Tübingen) übernahm, nach Schulbesuch und Studium in Heilbronn, Erfurt und Ingolstadt (Dr. Med. 1524) sowie Tätigkeiten in München, Ansbach und Ingolstadt, am 14. August 1535 den Lehrstuhl für Medizin an der Universität Tübingen, wo er zwischen 1536 und 1565 insgesamt siebenmal Rektor war.

Leonhard Fuchs: Plantarum Historia

Juli

Catalogus Herbarii Vivi
Anfang 18. Jahrhundert
(StB Ulm: 5002, Band 1-7)

Unter einem Herbarium (lateinisch: herba = Pflanze, Gras) verstand man ursprünglich ein gedrucktes Pflanzen- oder Kräuterbuch. Seit dem 16. Jahrhundert bezeichnet man damit aber eine Sammlung getrockneter Pflanzen, die meist auf Papierbögen befestigt sind.

Catalogus Herbarii Vivi

August

Adam Lonitzer: Kreuterbuch
Frankfurt/Main: Steinmeyer 1609
(StB Ulm: 5045)

Adam Lonitzer (Lonicerus) wurde am 10. Oktober 1528 in Marburg/Lahn geboren. Nach dem Studium der Mathematik und Medizin wurde er 1545 Magister der freien Künste. 1553 wurde er als Professor für Mathematik nach Marburg berufen, wo er 1554 zum Doktor der Medizin promovierte. Im selben Jahr erhielt er die Stelle des Stadtarztes in Frankfurt am Main, die er bis zu seinem Tod am 29. Mai 1586 innehatte.

Adam Lonitzer: Kreuterbuch

September

Pontificale Romanum
Venedig: Junta 1572
(StB Ulm: 1873 2°)

Unter einem Pontifikale versteht man in der römisch-katholischen Kirche ein Buch für den liturgischen Gebrauch mit den Texten für Handlungen außerhalb der Messfeier, die einem Bischof vorbehaltenen sind, wie z. B. Weihen, Segnungen, Sakramentenspendungen. Das Pontifikale ist das Ergebnis eines längeren Entstehungsprozesses. Frühe Handschriften datieren bereits aus dem beginnenden 9. Jahrhundert.

Pontificale Romanum

Oktober

Johann Elert Bode:
Vorstellung der Gestirne
Berlin, Stralsund: Gottlieb August Lange 1782
(StB Ulm: 6983)

Johann Elert Bode wurde am 19. Januar 1747 in Hamburg geboren. Bereits ab 1766 beschäftigte er sich mit astronomischen Berechnungen. 1772 wurde er nach Berlin berufen. Ab 1777 war er der alleinige Herausgeber des "Berliner astronomischen Jahrbuchs" und wurde 1786 Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaften. Von 1787 bis 1825 war er fast 40 Jahre lang Direktor der Berliner Sternwarte. Er starb in Berlin am 23. November 1826. Dank seiner zahlreichen astronomischen Veröffentlichungen nimmt Bode unter den astronomischen Autoren des 18. Jahrhunderts den ersten Rang ein.

Vorstellung der Gestirne

November

Lorenzo Spirito: Il libro delle sorti
Perugia: Steffen Arndes,
Paul Mechter, Gerhard Thomae, 1482
(StB Ulm: Schad 13281)

In der Stadtbibliothek Ulm werden über 600 Inkunabeln (dt.: Wiegendrucke), das sind Bücher, die von Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern durch Johann Gutenberg um 1450 bis 1500 gedruckt wurden, aufbewahrt.

Lorenzo Spirito: Il libro delle sorti

Dezember

Das Evangelium nach Matthäus
Originallithographien von Otto Dix
Berlin: Käthe Vogt 1960
(StB Ulm: 73 605)

Neben dem rund 55000 Bände umfassenden Altbestand (Bücher, die vor 1900 erschienen sind) besitzt die Stadtbibliothek Ulm auch eine kleine Sammlung von bibliophilen Drucken.

Das Evangelium nach Matthäus

Januar

Ulrich Krafft: Der geistliche Streit, Straßburg 1517.

Ulrich Krafft wurde 1455 in Ulm geboren. Grundlage seiner Ausbildung war die Lateinschule und sein Eintritt als Konventuale in das Wengenkloster.

Der geistliche Streit

Februar

Gemain außschreiben ... ayns Erbarn Raths der Statt Ulm
[Ulm: Grüner] 1531

In Ulm wurde bereits 1531 die Reformation Martin Luthers eingeführt. Zur Unterrichtung über die in der Stadt und im Ulmer Territorium vollzogenen religiösen Neuerungen sandten Bürgermeister und Rat an zahlreiche Fürsten und Städte des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation ein Schreiben unter dem Titel: "Gemain außschreiben:vnnd entschuldigung/ayns Erbarn Raths der Statt Ulm/was jne in götlichen sachen zu Christenlichem seinem fürnemen/verursacht hab. Anno Domini M D xxxj."

Gemain außschreiben ... ayns Erbarn Raths der Statt Ulm

März

Johann Baptist Hebenstreit:
Sylva extructionem dedicationem-que Templi SS. Trinitatis ...
Ulm: Johann Meder 1621
(StB Ulm: 8149)

Die aus dem 14. Jahrhundert stammende Kirche des Heiliggeistspitals war für die wachsende Gemeinde nicht nur zu klein geworden, sondern wies auch gefährliche Baumängel auf. Für eine grundlegende Renovierung und Erweiterung erschienen die Investitionen zu hoch ...

Sylva extructionem dedicationem-que Templi SS. Trinitatis

April

Guillelmus Duranti:
Rationale divinorum officiorum
Nürnberg: Anton Koberger 1480
(StB Ulm: 14964)

Der aus Frankreich stammende Wilhelm Durandus (Guillelmus Duranti, *um 1230 in Puimisson bei Béziers, +1.11.1296 in Rom), seit 1255 Student und Lehrer des Kirchenrechts in Italien, trat unter Clemens IV. (Papst von 1265 - 68) in die Dienste der römischen Kurie. ...

Rationale divinorum officiorum

Mai

Georg Friedrich Händel:
Orlando, an opera
London: John Walsh [1733]
(StB Ulm: 16870)

Georg Friedrich Händel wurde am 23.2.1685 in Halle (Saale) als Sohn eines kurbrandenburgischen Wundarztes geboren...

Orlando, an opera

Juni

Statuta Ordinis Cartusiensis a domino Guigone priore Cartusie edita
Basel: Johann Amerbach 1510
(StB Ulm: Schad 157)

Der streng asketisch und beschaulich lebende Kartäuserorden geht auf Bruno von Köln (*um 1032 in Köln, +1101 in LaTorre in Kalabrien) zurück, der 1084 im Bergland bei Grenoble mit sechs Gleichgesinnten das Eremiten-kloster Cartusia (La Chartreuse) gründete.

Statuta Ordinis Cartusiensis

Juli

Baptista Mantuanus:
Bucolica seu adolescentia in decem aeglogas divisa
Ulm: Johann Zurel 1541
(StB Ulm: Schad 4305)

Der selige katholische Humanist, Dichter und Karmeliter-Mönch Baptista Mantuanus (eigentl.: Giovanni Battista Spagnoli) wurde am 17. April 1448 in Mantua geboren...

Bucolica seu adolescentia in decem aeglogas divisa

August

Das Buch, der Selenwurtzgarten genant [Seelenwurzgarten]
Straßburg: Hupfuff
(StB Ulm: vBB 817)

In den Jahren 1466/67 entstand im Benediktinerstift Komburg bei Schwäbisch Hall ein Erbauungsbuch, das wohl eine der bemerkenswertesten von vornherein in deutscher Sprache konzipierten Exempelsammlung des 15. Jahrhunderts darstellt...

Das Buch, der Selenwurtzgarten genant

September

Galileo Galilei: Siderevs nvncivs
Frankfurt/Main: Palthenius 1610
(StB Ulm: 4165)

Der italienische Mathematiker, Physiker, Astronom und Philosoph Galileo Galilei wurde am 15.2.1564 in Pisa geboren und starb am 8.1.1642 in Arcetri (heute zu Florenz). Er studierte in den Jahren 1581 bis 1585 in Pisa.

Galileo Galilei: Siderevs nvncivs

Oktober

Felix Fabri: Evagatorium
Autograph, Ulm 1484/88
(StB Ulm: 19555)

Felix Fabri wurde um 1437 in Zürich geboren und trat 1452 in den Basler Dominikanerkonvent ein. Sein Weg führte ihn über Pforzheim 1468 in das Dominikanerkloster nach Ulm, dem er bis zu seinem Tode am 23. März 1502 angehörte.

Felix Fabri: Evagatorium

November

Johann Mayer:
Vorstellung des Cometen vom 16. November 1680
Ulm: Kühn 1681
(StB Ulm: Schad 2073,4197,43463)

Johann Mayer wurde am 14. April 1641 in Blaubeuren geboren. Nach Schulbesuch in Ulm, Blaubeuren, Bebenhausen und am Tübinger Stift legte er 1660 sein Magisterexamen ab und war anschließend in verschiedenen Orten als Vikar tätig. Als Pfarrer wirkte er in Flözlingen (1663/64), St. Georgen im Schwarzwald (1664-69), in Laichingen (1669-81), in Dußlingen (1681-89) und in Walddorf bei Tübingen (1689-1711). 1711 wurde er als Prälat nach Murrhardt berufen, wo er am 15. Dezember 1712 starb.

Johann Mayer: Vorstellung des Cometen

Dezember

Biblia, deutsch (Merian-Bibel)
Straßburg: Zetzner 1630
(StB Ulm: 15 2°, Schad 44 2°)

Im Jahr 1630 erschien in Straßburg bei den Erben des Verlegers Lazarus Zetzner (1551-1616, die Erben bis 1676) eine groß angelegte Bibel in Folioformat, in der zum ersten Mal die berühmten Kupferstiche von Matthäus Merian d. Ä. (Kupferstecher und Verleger, *22./23. September 1593 in Basel, +19. Juni 1650 in Bad Schwalbach) in den zweispaltig gesetzten Text eingefügt wurden.

Merian-Bibel

Januar

Maximilian I., Melchior Pfinzing:
Theuerdank
Nürnberg: Schönsperger 1517
(StB Ulm: 6875,19155)

Theuerdank

Februar

Giovanni Boccaccio:
Von den erlauchten Frauen
Übers.: Heinrich Steinhöwel
Ulm: Johann Zainer um 1474
(StB Ulm: 14992)

Von den erlauchten Frauen

März

Johann Baptist Homann:
Atlas Germaniae specialis
Special-Atlas von Deutschland
Nürnberg 1735
(StB Ulm: 19004)

Atlas Germaniae

April

Seelentrost
Augsburg 1478
(StB Ulm: vBB 816)

Seelentrost

Mai

Nicolaus Kopernikus:
De revolutionibus orbium coelestium
Nürnberg 1543
(StB Ulm: 4059)

De revolutionibus orbium coelestium

Juni

Elias Frick:
Templum parochiale Ulmensium,
Ulmisches Münster
Ulm 1718 [u.ö.]
(StB Ulm: 25734-25739)

Templum parochiale Ulmensium

Juli

Albrecht Dürer:
Vier Bücher von menschlicher Proportion
Nürnberg 1528
(StB Ulm: Schad 13244 4°)

Vier Bücher von menschlicher Proportion

August

Jean Barbault:
Monumenta Romae Antiquae, Denkmäler des Alten Roms
Augsburg, [Ulm: Wagner] 1767
(StB Ulm: 3326 2°)

Monumenta Romae Antiquae

September

Heinrich Seuse: Exemplar
Augsburg: Anton Sorg 1482
(StB Ulm: vBB 861)

Heinrich Seuse: Exemplar

Oktober

Martini Lutheri ... vita
Ulm: Johann Meder 1616
(StB Ulm: Einblattdruck 3)

Martini_Lutheri

November

Justus Lipsius: De constantia libri duo - Leiden 1605
(StB Ulm: Schad 13835)

Der niederländische klassische Philologe Justus Lipsius (eigentl. Joest Lips), aus einer wohlhabenden und einflussreichen katholischen Familie stammend, wurde am 18.10.1547 Overijse (Belgien) geboren und starb am 23.3.1606 in Löwen...

De constantia libri duo - Leiden 1605

Dezember

Primos Truber: Confessio oder Bekanntnuß des Glaubens, Tübingen 1562.

Der slowenische Reformator Primus Truber (Primoz Trubar) wurde am 9.6.1508 in Rasica bei Laibach (Ljubljana) geboren und feiert somit in diesem Jahr seinen 500. Geburtstag.

Primos Truber: Confessio oder Bekanntnu des Glaubens

Januar

Claudius Ptolemaeus: Cosmographia
Ulm: Lienhart Holl 1482
(Stadtbibliothek Ulm, Signatur : 15000)

Cosmographia

Februar

Johann Jacob Scheuchzer: Kupfer-Bibel
Augsburg ; Ulm: Pfeffel, Wagner 1731-35
(Stadtbibliothek Ulm, Signatur : 16884, 19157)

Kupferbibel

März

Hartmann Schedel: Weltchronik
Nürnberg 1493
(StB Ulm, Signatur : Schad 7070-7071)

Weltchronik

April

Johannes Kepler: Tabulae Rudolphinae
Ulm: Jonas Saur 1627
(StB Ulm: MNV 596

Tabulae Rudolphinae

Mai

Guillelmus Caoursin:
Rhodiorum historia (1480-1489)
Ulm: Johann Reger 24. Oktober 1496
(StB Ulm: 15015)

Rhodiorum Caoursin

Juni

Gerhard Mercator:
Atlas sive cosmographicae meditationes de fabrica mundi et fabricati figura
Amsterdam: Hondius 1609
(StB Ulm: 19006)

Atlas sive cosmographicae

Juli

Biblia latina
Mit Beigabe von Menardus Monachus
Ulm: Johannes Zainer 1480
(StB Ulm: 14985)

Biblia latina

August

Johannes Scultetus:
Armamentarium chirurgicum =
Wund-Artzneyisches Zeug-Hauß Frankfurt ; Ulm: Johann Görlin 1666
(StB Ulm: 5181,1)

Armamentarium

September

Christoph Weickmann:
Newerfundenes grosses Königsspiel
Ulm: Balthasar Kühn 1664
(StB Ulm: 3694)

Newerfundenes grosses Königsspiel

Oktober

Johannes Bayer:
Uranometria
Ulm: Johann Görlin 1639
(StB Ulm: 4054)

Uranometria

November

Thomas Lirer:
Schwäbische Chronik
Ulm: Conrad Dinckmut 1485/86
(StB Ulm: 15008, 15008,1)

Thomas Lirer: Schwäbische Chronik

Dezember

Biblia, lateinisch
Hrsg.: Sebastian Brant
Basel: Froben & Petri 1498
(StB Ulm: Schad 30)

Biblia lateinisch

Dezember

Leonhart Fuchs: New Kreüterbuch ...
Getruckt zu Basell durch Michael Isingrin 1543
(Stadtbibliothek Ulm, Signatur: 19257)

New Kreuterbuch