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Lorenzo Spirito: Il Libro delle Sorti. Perugia 1482

Holzschnitt aus Lorenzo Spirito: Il Libro delle Sorti

© Stadtbibliothek Ulm

Holzschnitt aus Lorenzo Spirito: Il Libro delle Sorti

In der Stadtbibliothek Ulm werden über 600 Inkunabeln (dt.: Wiegendrucke), das sind Bücher, die von Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern durch Johann Gutenberg um 1450 bis 1500 gedruckt wurden, aufbewahrt. Das Losbuch von Lorenzo Spirito, 1482 erstmals in Perugia von Steffen Arndes und Genossen unter dem Titel: "Sorte composite ... per Lorenzo Spirito Perugino" gedruckt, ragt aus diesem wertvollen Altbestand noch heraus, da es das einzige bekannte Exemplar dieses Erstdruckes ist. Es ist Teil der Bibliothek des Ulmer Patriziers Erhard Schad (1604-1681), die 1826 mit ihren rund 14000 Titel in die Stadtbibliothek kam.

Lorenzo Spirito wurde um 1422/25 in Perugia als Sohn eines Notars geboren und starb daselbst am 1. Mai 1496. Nach Militärdienst unter dem Condottiere (Söldnerführer) Niccolo Piccinino (+1444) und dessen Sohn Jacopo (+1465) kehrte er 1454 in seine Heimatstadt zurück, wo er verschiedene öffentliche Funktionen übernahm. Sein bedeutendstes literarisches Werk ist sein Losbuch, das zwischen 1482 und 1698 in 50 Auflagen erschienen ist: 23 italienische, 17 französische, 4 spanische, 3 flämische und 3 englische Ausgaben. Alexander Rosenstock (stellv. Leiter der Stadtbibliothek) hat über dieses Unikat aus der Schad-Bibliothek eine Arbeit verfasst, die die Rezeptions- und Wirkungsgeschichte dieses Werkes behandelt. Sie ist, einschließlich eines Faksimiles des Originals, als Band 23 der Veröffentlichungen der Stadtbibliothek Ulm erschienen und kostet 24,80 €.

Literatur: Alexander Rosenstock: Das Losbuch des Lorenzo Spirito von 1482. Weißenhorn 2010. (Veröffentlichungen der Stadtbibliothek Ulm ; 23)